medien arena - Folge 32 vom 15.04.2020
ABGESETZT! Von "Quarantäne-WG" bis "Luke - Allein Zuhaus" | Die Vier gegen Corona

In Zeiten von Corona lassen sich die TV-Sender vieles einfallen, denn sind aktuell die Studio-Produktionen diverser bekannter Shows nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Umso kreativer wurden dann Sender wie RTL, Sat.1, VOX und ProSieben. Da es wohl unmöglich schien, Günther Jauch, Thomas Gottschalk und Oliver Pocher gemeinsam in ein Studio zu verfrachten, kam man auf die geglaubt geniale Idee, eine Skype-Show zu produzieren. Sprich: Man lässt Jauch, Gottschalk und Pocher jeweils von sich Zuhause via Skype in die RTL-Sendezentrale schalten und RTL macht daraus eine Art Videokonferenz, dazu lädt man sich noch ein paar Promis dazu ein und quatscht über Corona. Dass das nur bedingt funktionieren könne, gerade bei mehreren Gesprächspartnern aufgrund der Verzögerung schien man bei RTL anfänglich noch unbeachtet zu lassen, bekam man aber schnell den Eindruck als die Sendung live über die Bildschirme flimmerte. Gottschalk kam anfangs gleich gar nicht zu Wort, umso mehr quatschten Jauch und Pocher.
» weiterlesen


MEHR MEDIEN ARENA

medien arena - Folge 32 | ABGESETZT! Von "Quarantäne-WG" bis "Luke - Allein Zuhaus" - Die Vier gegen Corona

In Zeiten von Corona lassen sich die TV-Sender vieles einfallen, denn sind aktuell die Studio-Produktionen diverser bekannter Shows nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich. Umso kreativer wurden dann Sender wie RTL, Sat.1, VOX und ProSieben. Da es wohl unmöglich schien, Günther Jauch, Thomas Gottschalk und Oliver Pocher gemeinsam in ein Studio zu verfrachten, kam man auf die geglaubt geniale Idee, eine Skype-Show zu produzieren. Sprich: Man lässt Jauch, Gottschalk und Pocher jeweils von sich Zuhause via Skype in die RTL-Sendezentrale schalten und RTL macht daraus eine Art Videokonferenz, dazu lädt man sich noch ein paar Promis dazu ein und quatscht über Corona. Dass das nur bedingt funktionieren könne, gerade bei mehreren Gesprächspartnern aufgrund der Verzögerung schien man bei RTL anfänglich noch unbeachtet zu lassen, bekam man aber schnell den Eindruck als die Sendung live über die Bildschirme flimmerte. Gottschalk kam anfangs gleich gar nicht zu Wort, umso mehr quatschten Jauch und Pocher. Das Problem hier: Es gab im Grunde nach überhaupt keine Unterhaltung, so wie man es von den drei Fernsehmachern kennt, denn stattdessen wurde teilweise sehr ernst über die Corona-Pandemie gesprochen. So erreichte zwar die erste Sendung über 3 Millionen Zuschauer, aber schon bei Sendung 2 am darauffolgenden Abend wurden es schlagartig weniger. Bei Folge 3, der letzten Sendung, erreichte die einstündige Live-Sendung gerade einmal noch rund 1,5 Millionen Zuschauer. Die Entscheidung: RTL nahm die Sendung genauso schnell wieder aus dem Programm, wie sie es ins Programm geschafft hatte.

Auch bei Sat.1 war man kreativ und glaubte, wenn man sein Sendergesicht Nr. 1 Luke Mockridge am Vorabend um 18 Uhr an den Start lässt, könnte dies nicht nur für den 18-Uhr-Sendeplatz ein Quotenerfolg werden, sondern auch das gefloppte "Big Brother" könnte dadurch einen Boost bekommen. Man hielt zwar bei Sat.1 wesentlich länger durch, allerdings waren die Quoten derart schlecht, dass es auch hier nach zwei Wochen zu Ende war.

Was das bei VOX mit Sänger Mark Forster war, lässt sich indes kaum nachvollziehen. Der Optik des "Studios" nach, verfrachtete man ihn in einer Art Garage und lies sich auch hier verschiedene Sänger und Comedians per Skype zu schalten. Mark Forster, mangels Moderatorenerfahrung, lies seine Zuschauer mehrere Male wissen, wie aufgeregt er sei. Auch bei dieser Sendung musste man die bittere Pille schlucken: Absoluter Quotenflop.

Und auch bei ProSieben kam man auf die Idee binnen weniger Tage ein "Wohnzimmer-Festival" an den Start zu bringen. Moderiert von Joko Winterscheidt und Steven Gätjen gab es an einem Freitagabend eine fast sechsstündige Live-Sendung, in dem über 40 Künstler aus dem Musik- und Comedian-Bereich jeweils live zugeschaltet waren, die teilweise sogar auch live performten. Eine an sich zwar gut gemachte Sendung, allerdings honorierten das die Zuschauer auch nicht. Weit weniger als 1 Million Zuschauer verfolgten das Spektakel von 20:15 bis kurz nach 2 Uhr nachts.

Ein Phänomen was alle gleichermaßen ereilt hat: Die Vier gegen Corona, aber die Zuschauer waren gegen die Vier.

| arena

Impressum   |   AGB  |   Datenschutzerklärung  |   Kontakt  |   Presse  |   Werben